Grenzgänger –
deutsche Pflegekräfte in Luxemburg

Ein Film von Ralph Weihermann und Markus Harmann

Mehr als jede vierte Pflegekraft in einem luxemburgischen Altenheim ist Deutsche, in den vier Krankhäusern des Großherzogtums ist es immerhin fast jede fünfte: Mehr als 3000 Pflegerinnen und Pfleger aus Deutschland pendeln täglich aus Deutschland in das nur 630.000 Einwohner zählende Großherzogtum. Somaeh Metzger und Oliver Lantuejoul sind zwei von ihnen. In Deutschland fühlten sie sich ausgenutzt und ausgebrannt. Luxemburg lockte sie mit nahezu idealen Bedingungen: kaum Überstunden, mehr Wertschätzung und ein doppelt so hohes Gehalt. Eine Rückkehr nach Deutschland – für beide derzeit undenkbar. Die Corona-Pandemie hat die Defizite im deutschen Pflegesystem offengelegt. Für deutsche Krankenhäuser und Altenheime, vor allem in der Region Trier und im Saarland, ist die Abwanderung nach Luxemburg eine Katastrophe, sie sind personell eh schon am Limit. In Luxemburg sind die ausländischen Arbeitskräfte hingegen systemrelevant – ohne sie würde das Gesundheitssystem zusammenbrechen. Als während der Pandemie kurzzeitig Grenzschließungen für Arbeitskräfte drohten, bot Luxemburg allen Berufspendeln und ihren Familien an, in ein Hotel zu ziehen.